Anleitung zur Selbstliebe

„Ich liebe dich!“ Drei bedeutende Worte, die so oft Thema sind. Jeden Tag werden wir mit der Liebe konfrontiert, oft jedoch lediglich mit der Liebe zum Partner, zu Freunden, zur Familie oder zu anderen Personen, die uns wichtig sind. 

Doch wann haben wir eigentlich zum letzten Mal zu uns selbst „Ich liebe dich gesagt“ oder es zumindest gedacht?

Seien wir doch ehrlich: viele von uns verwenden viel mehr Zeit darauf an uns selbst herumzukritteln und über unsere Makel nachzudenken als darauf stolz auf unsere Stärken und positiven Eigenschaften zu sein. Dabei gibt es an uns doch eigentlich viel mehr gute als schlechte Seiten und selbst eine krumme Nase, ein bisschen mehr auf den Hüften, ein schlechter Verlierer zu sein oder immer ein bisschen zu viel zu reden ist nichts, was unser Ich ausmacht. Jeder hat etwas, und meistens nicht nur eine Sache, mit der er unzufrieden ist und es ist wichtig uns das immer wieder vor Augen zu führen – gerade in Zeiten von Instagram, Facebook, Snapchat und co., wo uns immer wieder eine scheinbar perfekte Realität aufgezeigt wird.

Heute möchte ich euch einige meiner Methoden zeigen, die ich anwende, wenn ich mal unzufrieden mit mir selbst bin und einen Selbstvertrauens-Push brauche:

  1. Komplimente
    Jeder freut sich über Komplimente! Doch was tun, wenn diese Bestätigung von außen gerade nicht verfügbar ist? Es kann helfen, uns selbst Komplimente zu machen. Das muss nicht laut und „awkward“ vor dem Spiegel sein, nein, es reicht einfach uns fünf Minuten Zeit zu nehmen und darüber nachzudenken, was wir an uns toll finden. Worauf bin ich stolz? Welche Leistungen habe ich in letzter Zeit erbracht? Welche Eigenschaften mag ich an mir? Welche Teile meines Körpers finde ich schön? Welche Komplimente habe ich in letzter Zeit von anderen erhalten?
    Über all dies nachzudenken, anstatt über die Dinge, die uns nicht gefallen, bringt uns auf einen neuen positiven Gedankenweg und kann unsere Laune verbessern und unser Selbstbewusstsein stärken. Und selbst der schlechteste Tag sieht danach vielleicht gar nicht mehr ganz so düster aus.
  2. Fehler verzeihen
    Ich bin ein Mensch, der wirklich lange über seine Fehler nachdenkt, ja es grenzt schon fast an Selbstgeißelung. Immer und immer wieder spiele ich die Situation in meinem Kopf ab und zweifle an mir. Und damit erziele ich letztendlich nichts außer schlechter Laune, Selbsthass und einem richtig unguten Gefühl in der Magengegend. Meistens muss ich mich dann erstmal mit etwas ganz anderem beschäftigen oder einfach eine Runde schlafen (siehe Punkt 5), um aus diesem Tief herauszukommen, doch was danach passiert, ist wichtig und eigentlich wäre es auch gesünder für mich den Fehler direkt so anzugehen. Daran arbeite ich gerade.

    Wovon ich spreche ist das altbekannte „Aus Fehlern lernen“. Nein, es ist nicht nur eine Floskel, denn jeder Fehler bietet auch eine Entwicklungsmöglichkeit für uns, wenn wir sie annehmen und unser Handeln reflektieren – und zwar nicht auf wertende, selbstgeißelnde Art und Weise, sondern mit ein bisschen Abstand. „Was habe ich für mein zukünftiges Handeln gelernt?“ und „Wofür war dieser Fehler gut?“ sind hier die zentralen Fragen, auf die wir uns fokussieren sollten. Und zweierlei sollten wir uns außerdem ins Bewusstsein rufen: 1. Andere machen auch Fehler, wir sind also nicht die einzigen, denen es gerade so geht, wie es uns geht. 2. Wir haben in unserem Leben schon einige Fehler gemacht und dennoch (oder vielleicht sogar genau deshalb) haben wir es dahin geschafft, wo wir gerade sind.
  3. Social Media Detox
    Instagram, Facebook, Youtube, Snapchat, TikTok, Tinder, LinkedIn, Clubhouse und und und – Social Media ist in unserem Leben so präsent wie nie zuvor. Viele von uns sind gleich auf mehreren sozialen Netzwerken aktiv und werden Tag für Tag mit Informationen, Bildern, Videos und, vor allem, den Leben anderer Menschen nahezu bombardiert. Und neben all den Vorteilen – wie Entertainment, Inspiration und Kommunikation – die diese Netzwerke uns bieten, ist uns allen bekannt, wie gefährlich sie für unser Selbstbewusstsein sein können. Jeder möchte sich von seiner besten Seite zeigen, was ganz verständlich ist, und schlechte Phasen werden oft nicht gepostet. Da entsteht natürlich schnell mal die Vorstellung, absolut JEDER hätte ein besseres Leben als man selbst. Und auch wenn man sich dem Problem normalerweise bewusst ist, schleichen sich solche Gedanken an schlechten Tagen ganz leicht in unseren Kopf und produzieren vollkommen irrationale Sorgen und Ängste, Minderwertigkeitsgefühle und Selbstzweifel.

    Mein wichtigster Tipp ist somit, an Tagen, an denen man sich aus welchem Grund auch immer nicht gut fühlt, ein Social Media Detox einzulegen und sich nicht in den ach so schönen Leben der Anderen zu verlieren. Das Handy beiseitezulegen und stattdessen ein Buch zu lesen, ein Bad zu nehmen, Sport zu machen oder etwas anderes zu tun, was man gern macht, kann hier Wunder wirken.

    Und als allgemeinen Tipp im Umgang mit Social Media möchte ich euch folgendes mitgeben:
    Jeder Account, der dafür sorgt, dass ihr euch schlecht fühlt, ist euer Abonnement nicht wert. Hier ist ein „Unfollow“ definitiv angebracht. Denn das Wichtigste an Social Media ist, dass ihr euch dabei gut fühlt die Apps zu öffnen, dass sie euch Mehrwert bieten, euch positiv stimmen, euch Spaß machen und/oder euch inspirieren.
    Eure Gefühle sind so viel wichtiger als Likes und Follower oder Geld und Luxus!
  4. Etwas für sich tun
    Manche Momente, Tage oder Wochen sind einfach scheiße – sprechen wir es doch einfach mal aus – und das ist ganz normal und völlig okay, denn es geht jedem mal so. Es gibt niemanden auf der ganzen Welt, dem es immer gut geht. Und statt uns darüber zu ärgern, dass es uns nicht gut geht oder uns gar für schwach zu halten, sollten wir akzeptieren, dass wir heute einen schlechten Tag haben und versuchen für uns und unser Wohlbefinden das Beste draus zu machen.

    Wenn du dich also absolut nicht danach fühlst, heute ins Kino zu gehen, dann sag die Verabredung ab und tu etwas für dich. Deine Freunde werden es verstehen, wenn du ehrlich bist (und nicht auf den allerletzten Drücker absagst), denn – wie schon gesagt – das Gefühl kennt nunmal jeder.

    Ich habe verschiedene Arten mit schlechter Laune umzugehen und es kommt darauf an, in was für einer Phase ich stecke. Wenn ich mich zum Beispiel tierisch über etwas ärgere und da einfach nicht rauskomme, fühle ich mich meist sehr erschöpft. Dann hilft es mir ein Nickerchen zu machen (und wenn es nur 15 Minuten sind). Danach fühle ich mich meistens viel besser und kann die Situation mit viel mehr Distanz betrachten.

    Stresst dich die Arbeit, die Uni, oder eine Aufgabe mit der du dich gerade beschäftigst? Dann mach eine (kreative) Pause. Wir tendieren dazu, Pausen als Schwäche anzusehen, denn schließlich müssen wir ja, besonders im Job, immer effektiv sein und 100% geben, oder? Das ist Schwachsinn. 10 Minuten, in denen wir uns Zeit nehmen kurz abzuschalten, etwas zu essen, eine Runde zu meditieren oder uns zu bewegen, können uns ein völlig neues Gefühl geben und im Endeffekt sind wir dadurch oft effektiver, als wenn wir die 10 Minuten nutzen, um mit leerem Blick und Kopf auf einen Bildschirm zu starren und unter dem Druck einzubrechen drohen.

    Ganz allgemein und mal abgesehen von den genannten speziellen Situationen helfen mir die folgenden Aktivitäten meist nach einer Phase in der ich mich selbst gar nicht so toll fand, wieder zu mir selbst zu finden und mein Selbstbewusstsein zu stärken: Sport, frische Luft, Mediation, Telefonate mit Freunden und Familie, ein Buch lesen, meinen Lieblingsfilm schauen, mein Lieblingsessen kochen (oder bestellen), ein Bad nehmen, und und und – alles in allem einfach das, wonach mein Geist und mein Körper sich gerade sehnen!

    Vielleicht sind es bei dir ähnliche Dinge oder auch völlig andere. Höre auf deinen Körper und deine Seele, gibt ihnen das, was sie brauchen und stehe dazu. Das stärkt dein Ich-Gefühl und dein Selbstbewusstsein!

Doch diese Methoden sind nicht nur für schlechte Phasen gedacht. Sie können uns besonders dann zu mehr Selbstliebe und Selbstvertrauen verhelfen, wenn wir sie regelmäßig anwenden und uns vor Augen halten, dass wir gut sind, so wie wir sind. Natürlich gibt es immer Dinge, an denen wir arbeiten können und wir sollten auch nicht aufhören uns stetig selbst herauszufordern und versuchen zu besseren Menschen zu werden. Die Dinge, die uns stören und die wir tatsächlich ändern können, sollten wir systematisch angehen, selbst wenn es zu Anfang vielleicht große Überwindung kostet oder uns von Zeit zu Zeit zum Verzweifeln bringt. Doch wenn wir etwas wirklich wollen, können wir es schaffen – selbst wenn es ein langer Weg ist. Doch die Dinge, die zu Ändern nicht in unserer Macht stehen, sollten wir akzeptieren und mehr noch: wir sollten lernen sie als Teil unseres Selbst anzuerkennen und sie genauso zu lieben wie den Rest von uns. 
Denn jeder von uns ist einzigartig und auf seine Weise gut.

In diesem Sinne ♥

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Thomas Langejürgen sagt:

    Hallo Sassi ich habe lange auf Deinen neuen Blog gewartet und er war das Warten wirklich wert. Du bringst die Dinge so auf den Punkt und ich gebe Dir zu 100% recht. Vergleichen macht in der Regel unglücklich denn es gibt immer jemanden der in irgendwas besser, schöner oder schlauer ist. Das Wesentliche ist meiner Meinung nach sich bewusst zu machen was wirklich wertvoll und wichtig ist. Und es sind bestimmt nicht die Äußerlichkeiten. Wer in der Lage ist Liebe zu schenken und Herzenswärme zu teilen, sich mit Anderen und für Andere zu freuen wird generell das Leben mit allen Höhen und Tiefen annehmen und zu schätzen wissen, was er hat und ist. Selbstzweifel gehören zum Leben und helfen nicht abzuheben. Ich finde Deine Tips so hilfreich und pragmatisch und freue mich dass Du Deinen Weg gefunden hast. Du bist wirklich eine besondere Frau. Du kannst stolz auf Dich sein.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.