Willst du mit mir wohnen?

Nach langer Zeit melde mich zurück und habe direkt Neuigkeiten für euch. Einige haben es vielleicht schon auf Instagram gesehen:

Mein Freund und ich ziehen zusammen – und das schon im nächsten Monat. Das WG Leben hat ein Ende, ich werde jetzt erwachsen!
…also, zumindest ein bisschen erwachsener.

Eine gemeinsame Wohnung ist in einer Beziehung schließlich ein großer Schritt. Er reiht sich in unserer klar durchstrukturierten, vor Erwartungen triefenden Gesellschaft direkt vor dem Heiraten und der Familienplanung in den gemeinsamen Lebensweg ein und ist deshalb, wenn man nicht aufpasst, schnell mal mit jeder Menge Druck verbunden.

Natürlich ist es auch aufregend, die eigene Wohnung inklusive möglicher vorhandener Mitbewohner oder Familienmitglieder so einfach hinter sich zu lassen oder sogar die Freiheit des Alleinewohnens aufzugeben, um sich im worst case mit jemand anderem über die zukünftige Handtuchfarbe zu streiten. Doch vor allem sollte das Zusammenziehen ein Schritt sein, der mit Glücksgefühlen verbunden ist, einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubert und den man ohne Druck wagen sollte. Wenn es ums Zusammenziehen geht hat jeder seine eigenen Vorstellungen davon, wie schnell oder langsam und auf welche Art und Weise es ablaufen sollte – und das ist auch gut so.

Wann zieht ihr beide denn zusammen?

Wollt ihr nicht auch langsam mal übers Zusammenwohnen nachdenken?

Ist das nicht ein bisschen früh?

Seid ihr euch sicher?

Ich bin mir sicher, dass die meisten von euch diese Sätze bereits gehört und vermutlich sogar schon selbst ausgesprochen haben. Aber warum ist das Zusammenziehen so ein gern diskutiertes Thema? Wieso hat jeder eine Meinung dazu und sieht zudem die Notwendigkeit sie zu äußern, obwohl er oder sie selbst nicht einmal direkt von der Situation betroffen ist?

Kommentare wie diejenigen dort oben und besonders die Frage, ob es nicht vielleicht zu früh sein könnte, führen schnell zu einer gewissen Unsicherheit, wo man sich zuvor doch so sicher war. Die Entscheidung zusammenzuziehen geschieht schließlich meistens nicht einfach aus einer fixen Idee heraus (wobei ich zugeben muss, dass wir in die ganze Geschichte ein bisschen durch Zufall hineingestolpert sind), sondern nach reiflicher Übrlegung und dem richtigen Gefühl. Also sind Fragen, ob man sich denn wirklich ganz ganz sicher ist nicht nur nervig, sondern völlig unnötig. Denn sie sorgen vor allem für eines: Angst. Denn je mehr man darüber nachdenkt, was alles schief gehen könnte, wenn man zu früh zusammen zieht, desto mehr kreisen die Gedanken und auf einmal tauchen vielleicht sogar Sorgen und Zweifel auf, die vorher gar nicht da waren. Und diese trüben dann diese glückliche, positive Aufregung und Nervosität, die ein solcher Schritt mit sich bringen sollte. Sie schaffen eine Erwartungshaltung, dass alles von Anfang an perfekt klappen muss, da man sonst versagt hat. Dabei ist es doch ganz normal, dass man sich zuerst einmal aufeinander einstellen muss und dass dabei vielleicht auch mal die Fetzen fliegen oder man sich kurz in sein eigenes altes Heim zurückwünscht, in dem man selbst alles entscheiden und tun und lassen konnte, was man wollte.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich auch in gewisser Weise Angst vor dem Zusammenziehen habe. Oder nennen wir es nicht Angst, denn das Wort ist zu negativ behaftet. Ich bin einfach tierisch aufgeregt und denke ständig darüber nach. In Gesprächen mit mir ist es momentan Thema No. 1 und ich wette meine Freundinnen können es langsam nicht mehr hören, wie ich über Möbel, Deko, Mietverträge etc. quatsche. Aber zum Glück weiß ich, dass ich nicht die einzige bin, die nervös ist. Mein Freund hat mir nämlich ca. eine Woche nach unserer ersten und einzigen Wohnungsbesichtigung direkt mal vor den Kopf geknallt, dass er sich doch nicht mehr so sicher ist, ob es schon der richtige Zeitpunkt ist und, dass er vielleicht erstmal alleine in die Wohnung zieht und wir es einfach für ein paar Wochen ausprobieren. Das hat gesessen sag ich euch!

Letztendlich hat sich allerdings herausgestellt, dass es tatsächlich einfach nur in klarer Fall von Zuvielnachgedenke und Sorgengemache war und die kalten Füße waren so schnell wieder verschwunden wie sie gekommen waren, nachdem wir ein paar intensive Gespräche geführt und ehrlich über unsere Ängste und Zweifel gesprochen hatten. Wenn man sich ein wenig damit beschäftigt, merkt man nämlich oft, dass die meisten Sorgen wirklich unbegründet sind.

Ich gebe euch also folgenden Hinweis: Falls ihr vor einer solchen oder ähnlichen Entscheidung steht, horcht in euch rein und findet heraus, was euer Gefühl sagt. Und dann beschäftigt euch mit möglichen Stolpersteinen und Zukunftsszenarien, aber verliert euch nicht darin. Sobald ihr merkt, wie die Ängste anfangen euch euer positives Gefühl zu stehlen, versucht eine Pause vom unkontrollierten Denken zu machen. Schlaft darüber, meditiert, macht eine Runde Sport oder schreibt euch konkret auf, wovor ihr Angst habt, was die schlimmste Konsequenz wäre und wie realistisch es ist, dass genau dieser Fall eintritt.

Und am allerwichtigsten: Lass euch nicht von Außenstehenden reinreden! Denn keiner kennt euer Bauchgefühl so gut wie ihr selbst und keiner weiß was ihr wann braucht und was nicht.

In diesem Sinne ♥

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Thomas Langejürgen sagt:

    Hallo Sassi. Wie alkes im Leben sind Entscheidungen mit vielen gemischten Gefühlen verbunden. Wenn man im Virfeld alles wüsste wäre es doch total langweilig. Ich bin fest davon überzeugt dass die Freude und das Glück überwiegen wenn man die negativen Gedanken als einen möglichen Aspekt aber mit geringer Wahrscheinlichkeit an sich vorbeiziehen läßt. Zusammenleben ist wundervoll und manchmal auch eine Prüfung für Durchhaltefähigkeit und Toleranz. Auch wenn man bei Streitereien dazu neigt alles grundsätzlich in Frage zu stellen, ist nach kurzer Verschnaufpause wieder alles im Lot und man fragt sich wieso man in der Situation so im Tunnel war. Überall wo Du gerade man gelesen hast kannst du gerne auch Thomas einsetzen, da ich wirklich aus Erfahrung spreche. Ich wünsche Euch viele glückliche Momente und Freude an der neuen Gemeinsamkeit. LG Thomas

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