Warum eigentlich der „Hate“?

Manchmal schaue ich auf mein Handy und runzle die Stirn. „Interessante Nachricht“, denke ich, „was die Person da wohl geritten haben muss?!“ Es handelt sich um jemanden, der mich kritisiert. Jedoch nicht konstruktiv, sondern auf persönlicher Ebene. Manchmal auch unter der Gürtellinie. Es handelt sich um einen sogenannten Hater.

Natürlich ist mir bewusst, dass nicht jeder das, was ich mache, toll findet und auch, dass ich dadurch, wie ich mich hier auf meinem Blog oder im Social Media präsentiere, eine weitaus größere Angriffsfläche für diese Leute biete, als wenn ich einfach im Privaten mein Ding mache. Ich mache eben in der Öffentlichkeit mein Ding und es macht mir Spaß. Die meiste Zeit bekomme ich auch viel Zuspruch. Dennoch: Ich will nicht mit aller Macht erreichen, dass mich alle mögen. Das wird sowieso nie passieren. Ich möchte einfach die Freude, die mir das Schreiben und Posten bereitet, mit euch teilen! Ich möchte meine Erfahrungen kundtun und vielleicht dem ein oder anderen ein Lächeln ins Gesicht zaubern oder eine Hilfestellung in einer Situation bieten, in der ich vielleicht selbst schon einmal nicht weiterwusste.

Doch dann sind da eben diese Leute, die dagegen sind. Gegen alles. Es gefällt ihnen nicht wie ich mich anziehe und noch weniger gefällt es ihnen wenn ich mich ausziehe. Immer aufpassen, dass man ja nicht zu viel Haut zeigt, schließlich will man mit solchen Bilden ja nur Likes und Klicks generieren. Und das ist ist verwerflich! Genauso verwerflich, wie das Ziel, das man dann automatisch damit verfolgt. In meinem Fall also: Mit dem, was mir Spaß macht, vielleicht eines Tages erfolgreich zu werden und Geld zu verdienen. Scheinbar macht mich das direkt zu einem schlechten Menschen.

Aber wer entscheidet was man auf Instagram posten „darf“ und was nicht? Ist es solange okay Likes zu bekommen, solange man es nicht darauf anlegt? Natürlich möchte ich, dass möglichst viele Leute meinen Blog, meine Posts und meine Storys anschauen. Sonst würde ich das hier alles gar nicht machen. Denn was bringt ein Blog, den keiner liest? Ich finde es schön, wenn Menschen etwas gefunden haben, was ihnen Spaß macht, mit dem sie andere inspirieren und mit dem sie gleichzeitig noch ihren Lebensunterhalt verdienen. Eigentlich ist das in meiner Vorstellung das perfekte Job-Szenario. Und wer möchte das nicht?

Dennoch gibt es immer wieder Menschen, die es lieben sich zu beschweren. Über alles, über jeden, über Gott und über die Welt. Niemand kann es ihnen je recht machen und Diskussionen mit ihnen zu führen ist beinahe unmöglich, da sie fremde Meinungen nicht zulassen. In John Streleckys Buch „Wiedersehen im Café am Rande der Welt“ (welches ich übrigens VERSCHLUNGEN habe, genauso wie den ersten Teil, also klare Kaufempfehlung an dieser Stelle! Achja und natürlich wurde ich für diese Werbung nicht bezahlt etc. pp.) sind diese Personen sehr gut beispielhaft dargestellt. Herr Strelecky erzählt hier von Menschen, die sich Tag ein Tag aus über das Fernsehprogramm beschweren. Aber anstatt einen Sender einzuschalten, der ihnen gefällt, und da wird in den Weiten der Television mit Sicherheit einer dabei sein, schauen sie sich immer wieder denselben Sender an, der sie so sehr ärgert. Und dann reden sie wieder mit ihren Mitmenschen darüber, wie schlecht das Fernsehprogramm heutzutage ist und so weiter und so fort. Die Negativität nährt diese Menschen.

Bei denjenigen Kandidaten, die sich dann von Zeit zu Zeit in mein Postfach verirren, ist der Antrieb oft eben diese Negativität gepaart mit einer deutlichen Überschätzung der Bedeutsamkeit der eigenen Meinung. Schließlich hegen sie nicht nur negative Gefühle gegenüber meiner Posts, sondern scheinen zudem das Gefühl zu haben, dass ich ihre Meinung nun auch dringend hören müsste oder vielleicht sogar hören wollte.

Für mich ist es die beste Lösung, diese Menschen einfach möglichst von meinem Leben fernzuhalten und nicht auf ihre Nachrichten einzugehen. Natürlich gelingt es nicht immer, mich nicht über manch eine Nachricht zu ärgern, doch ich bin sehr froh, dass solche Dinge mittlerweile nicht mehr an meinem Selbsbewusstsein kratzen. Selbst in den Fällen, in denen ich den Verfasser verfluche, statt nur die Stirn zu runzeln oder die Nachricht mit einem müden Schmunzeln abzutun, suche ich den Fehler nun nicht mehr bei mir selbst. Ich bin gut so wie ich bin und das weiß ich jetzt und wem das nicht passt, der muss sich meinen Content nicht anschauen. Und diejenigen die es dennoch tun und nichts weiter beizutragen haben, als Negativität, die sind meist mit ihrem eigenen Leben unzufrieden.

In vielen Fällen gilt also: Wenn man nichts Nettes zu sagen hat, einfach ruhig sein.

(Das gilt natürlich nicht für konstruktive, auf vernünftige Art und Weise artikulierte Kritik. Ich bin nicht unfehlbar und wenn ich mich mal verrenne oder einfach etwas total Blödes mache, bin ich sehr froh, wenn man mich darauf hinweist. Allerdings ist es, wie in den meisten Lebenslagen, eben so: Der Ton macht die Musik.)

In diesem Sinne ♥

4 Gedanken zu “Warum eigentlich der „Hate“?

  1. Tim Kuhlenbrecht schreibt:

    Ja, warum der Hate? Ich glaube, viele Menschen sind sich der Wirkung ihrer Worte im Netz gar nicht richtig bewusst. Vor allem, wenn sich der Hass gegen Personen, Dinge und Themen richtet, die man selbst gar nicht richtig kennt. Statt eines echten Gegenüber hat man eine Kommentarspalte vor sich. Ohne Gestik und Mimik, ohne direkte Rückmeldung. Deshalb ist es so viel einfacher, (negative) emotionale Aufgeladenheit, aber eben auch wüste Beschimpfungen einzutippen. Die selben Leute, die Hasskommentare schreiben, würden sich niemals trauen, dir das alles auch so ins Gesicht zu sagen. Trotzdem ist es wichtig, über den Hass im Netz zu reden und wenn möglich auch zu melden. Denn nicht alle können darüber hinwegsehen oder persönliche Beleidigungen weglachen.

    Viele Grüße aus Bremen!

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    • saskialng schreibt:

      Da stimme ich dir zu, die Hemmschwelle im Netz ist einfach niedriger und das Schreiben viel leichter, als jemandem etwas ins Gesicht zu sagen. Dennoch sollte das natürlich nicht als Entschuldigung oder Rechtfertigung gelten, denn selbst wenn nicht so beabsichtigt, werden dadurch oft Leute verletzt. Viele sind sicherlich auch in der Lage, Hasskommentare nicht ernst zu nehmen oder an sich herankommen zu lassen, aber eben nicht jeder. Und dann kommt meist noch die Tagesform dazu. Der noch so selbstbewussteste Mensch kann mal einen schlechten Tag haben, an dem solche Anmerkungen ihn komplett runterziehen. Warum nicht einfach mal Freundlichkeit verbreiten? Das frage ich mich so häufig!

      Liebe Grüße aus Salzburg 🙂

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  2. Thomas Langejürgen schreibt:

    Neider und Nörgler, Hasser und Niedermacher sind in der Regel Menschen, die selber nichts auf die Reihe bekommen. Sie leben unglücklich in ihrer kleinen Welt und mache sich gefühlt groß in dem sie Andere versuchen kleinzukriegen. Es sind eigentlich bedauernswerte Kreaturen, denen das Schöne und Lebenswerte verborgen bleibt und die sich die Tür zur Liebe und dem Glück selbst versperren. Meidet solche Menschen und lasst Euch nicht runterziehen. Seid mutig und selbstbewußt. Mit positiven Gedanken und Freundlichkeit lösen sich viele Situationen von selbst. (56Jahre Lebenserfahrung😊)

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    • saskialng schreibt:

      Leider ist das wirklich so! Eigentlich müssten einem Leute, die überall nur Hass und Missgust versprühen, leidtun, doch es ist oft schwer diese Größe zu beweisen und sich nicht über sie zu ärgern. Obwohl es einem selbst ja doch nur schlechte Laune bringt. Also tatsächlich am besten direkt meiden oder eben „da rein, da raus“👂

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