Die Isolation – me, myself and I

Hello again,

es sind die Themen der Stunde: Corona, Quarantäne, Isolation.

Mittlerweile bin ich bereits seit mehr als sechs Wochen im Home Office und damit in Isolation. Bei uns in Österreich galt seit dem 16.März eine Ausgangssperre, d.h. es war gesetzlich nicht erlaubt das Haus ohne ausreichenden Grund zu verlassen. Natürlich war einkaufen gehen (mit Mund- und Nasenschutz) in Ordnung und auch die Menschen, die nicht das Glück haben, im Home Office arbeiten zu können, durften noch zu ihrem Arbeitsplatz fahren. Auch das Spazieren, Fahrrad fahren, Joggen etc. war erlaubt. Allerdings nur allein oder mit Personen, die im selben Haushalt leben. Ihr könnt euch vorstellen, dass es eine ziemliche Umstellung ist, auf einmal den Großteil seiner Bewegungsfreiheit einbüßen zu müssen und einigen von euch wird es sicher genauso gehen, je nachdem wo ihr lebt.

Aber dieser Beitrag ist nicht dazu gemacht alle Maßnahmen und deren momentane Entwicklung wiederzugeben (am 01. Mai durften immerhin die Läden wieder öffnen und auch enge Freunde und Familie darf man mit genügend Abstand wieder treffen), sondern dazu, euch zu zeigen, wie ich meine Tage in Isolation gestalte, um das Beste aus der aktuellen Situation zu machen, und dazu, euch vielleicht sogar einige neue Anregungen und Ideen zu liefern, wie euch das Ganze etwas leichter fallen kann. Denn auch wenn jetzt langsam alles wieder öffnet, muss ich nicht unbedingt direkt die Erste sein, die sich vor dem Klamotten- oder Schuhgeschäft anstellt. Im Moment erachte ich es definitiv noch als sinnvoll lieber zuhause zu bleiben soweit es geht.

Hier sind also 4 Tipps von mir für das Leben im Quarantänemodus:

  1. Entwickle eine Routine / Plane deine Tage
    Um nicht völlig planlos in den Tag zu starten erstelle ich mir gern direkt am Morgen oder sogar schon am Vorabend eine To-Do-List mit Dingen, die ich dringend erledigen muss und/oder gern tun möchte. Besonders fürs Home Office sind diese Organisation sowie ein geregelter Ablauf (d.h. immer um dieselbe Zeit beginnen/Pausen und Feierabend machen) sehr nützlich. So nutzt man seine Zeit sinnvoll und neigt weniger dazu, noch um 4 Uhr nachmittags im Pyjama herumzudümpeln, ohne überhaupt eine der vielen Emails im Postfach abgearbeitet zu haben.

    Um in den Arbeits-Flow zu kommen, hilft es auch sich morgens zu duschen und ganz normal fertig zu machen oder vielleicht sogar schon ein kleines Morning Workout hinter sich zu bringen. Das signalisiert dem Körper, dass heute kein fauler Sonntag im Bett, sondern tatsächlich ein Arbeitstag ansteht und motiviert von innen heraus.

    Und wenn das alles nichts hilft, gibt es ja immer noch den guten alten Lieblingsmorgenbegleiter: eine schöne Tasse Kaffee! Mit diesem Kollegen im Lieblingsbecher, einem gut organisierten Schreibtisch und einem bequemen Platz kann dann eigentlich gar nichts mehr schief gehen.

    Natürlich funktionieren diese Tipps nicht nur für die Arbeit im Home Office, sondern auch für all die anderen Dinge, die man immer so aufschiebt (Papiere, Haushalt und und und). Wenn man sich einen täglichen Zeitrahmen für diese Dinge festlegt und diese Zeit effektiv nutzt, kann man sowohl nach und nach alle To-Do’s abarbeiten als auch noch genug Stunden am Tag übrig zu haben für all das was Spaß macht. Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären:

  2. Schaue über den Tellerrand und verfolge neue Interessen
    Du langweilst dich zuhause zu Tode und kannst es gar nicht abwarten wieder all die Dinge zu tun, die vor dem Lockdown ganz normal waren? Wie wärs, wenn du dir mal überlegst, welche Dinge dir sonst noch Spaß machen könnten für die man das Haus nicht verlassen muss? Du kannst eine Liste schreiben oder eine MindMap malen, wenn dir das hilft den Überblick zu behalten und deine Gedanken zu sortieren. Oder du tauschst dich mit Freunden und Familie aus oder fragst die Suchmaschine deiner Wahl, wenn dir nicht genug einfällt. Mein Freund und ich habe seit langer langer Zeit mal wieder ein Brettspiel ausgepackt, als wir den Fernseher langsam nicht mehr sehen konnten, und das Ganze ist soweit ausgeartet, dass wir teilweise bis Mitternacht am Esstisch saßen und gespielt haben.

    Aber vielleicht sind Brettspiele auch nicht so dein Ding und du möchtest endlich mal mehr Sport machen? Ich habe in der Quarantänezeit unglaublich viel Zeit mit verschiedenen Home Workouts, Joggingrunden und Spaziergängen verbracht, obwohl ich normalerweise ein leidenschaftlicher Fitnessstudiobesucher bin und mit Übungen mit dem eigenen Körpergewicht eher wenig anfangen kann. Aber mittlerweile macht es mir so viel Spaß, dass ich es definitiv in mein Sportprogramm einbauen werde, auch wenn die Studios endlich wieder geöffnet haben. Vielleicht möchtest du auch einen Handstand, Kopfstand, Spagat oder ähnliches lernen? Jetzt ist dazu die beste Zeit!

    Und so gibt es unendlich viele Dinge, mit denen man sich die Zeit vertreiben kann. Wolltest du schon immer mal ein Buch schreiben, ein Instrument oder eine Sprache lernen? In Zeiten des Internets ist beinahe alles von zuhause aus möglich.

    Propiere es doch einfach mal aus und trau dich!

    Selbst wenn du bestimmte Dinge später doch nicht so toll findest wie erwartet oder sie nicht in deinen Alltag integrieren willst, haben sie dir letztendlich dann doch ein wenig von der Isolations-Langeweile genommen.

  3. Lerne dich selbst und die Vorzüge des Alleinseins (besser) kennen
    Beziehungen sind wichtig im Leben. Die Familie, der Partner und unsere Freunde sind immer an unserer Seite und aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Sie geben uns Halt und unterstützen uns, genauso wie wir es für sie tun. Sie bringen uns zum Lachen, trösten uns, wenn wir traurig sind, geben uns Mut und Selbstbewusstsein und sind irgendwie immer da. Viele von uns, auch ich, schöpfen Kraft aus ihrer Zuneigung, aus ihren Worten und Umarmungen. In Zeiten wie diesen müssen wir unsere allerdings aus einer anderen Quelle ziehen: Aus uns selbst!

    Vielleicht gehörst du schon zu den Menschen, die gut mit sich allein sein können. Vielleicht bist du aber auch lieber unter Menschen und allein zu sein ist gar nichts für dich. So oder so, im Moment solltest du versuchen, die Zeit mit dir allein bewusst zu erleben und zu genießen. Denn das Alleinsein hat Vorteile und wenn du jetzt lernst sie zu erkennen, wird es dir auch in Zukunft weniger schwer fallen, einfach mal an einem Samstagabend, an dem scheinbar jeder deiner Kontakte bereits etwas vorhat, Quality Time mit dir selbst zu verbringen.

    Auch hier gebe ich dir den Rat damit anzufangen einfach mal zu überlegen, was dir selbst gerade gut tun würde:
    Vielleicht willst du endlich mal etwas erledigen, was du in deinem durchgetakteten Alltag einfach nicht schaffst? Jetzt hast du Zeit sich alldem zu widmen. Vielleicht hast du seit Ewigkeiten einfach nicht mehr bewusst entspannt? Nimm ein Bad, probiere ein paar Yogasessions oder sogar mal Meditation aus. Das hilft dir mit dir selbst ins Reine zu kommen und darauf zu horchen, was dein Körper braucht. Außerdem kann es dir helfen, dein Selbstbewusstsein aus deinem Inneren zu ziehen, statt nur aus den Worten anderer. Setze dich an deinen Schreibtisch, schalte deine Lieblingsmusik an und überlege dir was an dir besonders toll ist und was deine Stärken sind. Oder stelle dich vor den Spiegel, schau dich einmal genau an und mach dir selbst ein paar Komplimente. Dafür musst du sie nicht laut aussprechen (ja, dabei fühle ich mich auch komisch), es reicht schon sie einfach zu denken. Aber vielleicht fehlt dir auch nicht die Entspannung oder ein wenig Selbstbewusstsein, sondern die Action, die du sonst in deinem Alltag hast? Setze dir Ziele und verfolge sie. Powere dich beim Sport aus und werde jedes mal ein bisschen stärker, schneller, beweglicher etc. (Für weitere Tipps lies doch noch einmal Punkt 2).

    Und wenn die Langeweile allein tatsächlich mal zu groß wird, veranstalte doch einfach mit deinem Partner oder Mitbewohner (wenn vorhanden) einen Themenabend um dem immer gleichen Tagesablauf zu entfliehen (wie wäre es mal mit einem Tapasabend oder selbstgemachtem Sushi?). Natürlich kannst du solche Abende auch virtuell veranstalten und all deine Freunde dazu einladen.

    Der Kern dieses dritten Bullet Points, den ich hier jetzt sehr umständlich umschrieben habe, ist allerdings folgender: Lerne nicht nur die Beziehung zu anderen zu pflegen, sondern auch die zu dir selbst! Denn selbst, wenn alle anderen gerade nicht da sind, hast du immer noch dich.

  4. Sei dankbar

    Ich weiß, das klingt jetzt erstmal absurd. Wieso sollte man in so einer (Entschuldigung!) beschissenen Situation dankbar sein?

    Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn man für die Dinge dankbar ist, die gut laufen, sehen die schlechten Dinge gleich gar nicht mehr so dunkel aus. Wenn du dir beispielsweise jeden Abend vor dem Schlafengehen drei Dinge ins Bewusstsein rufst, für die du dankbar bist, und mit solch schönen Gedanken einschläfst, wirst du auch mit einem viel positiveren Gefühl aufwachen.

    Natürlich sind viele Menschen nicht in so einer luxuriösen Situation wie ich. Viele haben nicht die Möglichkeit im Home Office zu arbeiten, sind selbstständig und von ihren Kunden abhängig oder werden durch Kurzarbeit und damit gekürztes Gehalt stark in ihrem Alltag eingeschränkt. Ich weiß, dass ich sehr viel Glück habe und ich will hier nicht mit Aussagen wie „Die Corona Krise hat auch etwas Gutes“ kommen, denn die aktuelle Situation fordert nicht nur Existenzen sondern auch Menschenleben. Ich möchte dennoch versuchen, euch in dieser Zeit etwas Positivität, Ablenkung und hoffentlich das ein oder andere Lächeln zu schenken und euch helfen, das Beste aus einer Situation zu machen, die uns allen viel abverlangt und an der wir momentan nichts ändern können – außer unsere eigene innere Einstellung.

    Das heißt nicht, dass wir jeden Tag stark sein und alles mit einem Lachen ertragen müssen. Es ist in Ordnung einen schlechten Tag zu haben und alles zu verfluchen. Es ist in Ordnung die Emotionen rauszulassen. Es ist in Ordnung zu weinen und zu schreien. Wichtig ist nur, sich danach wieder auf die Dinge zu konzentrieren, die gut sind – auch wenn sie noch so klein sind –und dankbar zu sein. Die Zeit, die wir nun mit unserer Familie, unserem Partner oder einfach mit uns selbst verbringen können, ein schöner Tag auf dem sonnigen Balkon oder das leckere, aufwändige Gericht, das man schon immer einmal kochen wollte und das dann nach einem langen Arbeitstag einfach nie mehr auf die Agenda passte.

    Auch wenn manchmal alles aussichtslos scheint und auch wenn du jemand bist, der vielleicht viel mehr unter dieser Situation zu leiden hat als ich: Denke ganz bewusst darüber nach, für was im Leben du dankbar bist und welche Menschen, Dinge und Situationen es schaffen dir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Ich bin mir sicher, dass auch in deinem Leben nicht alles schlecht ist. Oder?

In diesem Sinne.

Alles Liebe und bleibt gesund und glücklich.
Es wird auch wieder bergauf gehen.

Eure Saskia ♥

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