Mensch ärgere dich nicht!

Hallo ihr Lieben,

vermutlich hat jeder von euch als nächsten Post den zweiten Teil meines Mode-Beitrags erwartet und so war es eigentlich auch geplant, ABER ich muss mir dringend etwas von der Seele schreiben, denn gerade habe ich eine Situation erlebt, in der ich mir am liebsten direkt selbst in den Allerwertesten getreten hätte. Solche Situationen gab es in meinem Leben schon einige, aus den unterschiedlichstem Gründen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht die einzige bin, der das ab und an mal so geht.

Um das ganze Thema einzuleiten, muss ich erstmal etwas über mich erzählen: Ich bin eine sehr organisierte Person und habe den Großteil meines Lebens im Griff. Ich halte mich an Deadlines, bin pünktlich, versuche alles im Voraus zu klären und gehe immer auf Nummer sicher. Bevor ich irgendeinen Fehler mache, lese ich lieber alles dreimal – normalerweise. Doch dieses Mal nicht! Ich habe diese eine Sache drei Tage vor mir hergeschoben. In der Email, die ich bekommen habe, stand schließlich ich hätte 30 Tage Zeit. Also habe ich Prioritäten gesetzt und mich zuerst um meine Essays gekümmert, die ich am Freitag abgeben muss. Heute Morgen habe ich mich dann darum gekümmert, um es nicht länger im Hinterkopf zu haben. Und siehe da: es war zu spät!

Als Konsequenz habe ich nun einen Heidenerklärungsaufwand an den Hacken und hoffe, dass ich es noch irgendwie regeln kann. Am liebsten möchte ich jetzt aufschreien und die schlechte Organisation der anderen beklagen: die Email in der die ganze Sache so schlecht erklärt war (die 30 Tage galten nämlich nicht erst ab Erhalt der Mail) und die Tatsache, dass es keine direkte Telefonnummer gibt, die ich anrufen kann. Zum Teil habe ich damit wahrscheinlich recht, aber auf der anderen Seite weiß ich ganz genau, dass ich mir Ausflüchte suchen, um nicht zugeben zu müssen, dass es auch meine Schuld war. Statt mich nur auf die Email zu verlassen, hätte ich in den Richtlinien nachlesen können oder ich hätte es einfach direkt erledigen können. Es wäre eine Sache von zehn Minuten gewesen und ich habe nicht mal eine Erklärung dafür, warum ich es nicht sofort gemacht habe. Ich habe es vergessen, dann hatte ich mit meinem Essay zu tun und dann wollte ich einfach mal abschalten und über nichts mehr nachdenken – einfach Zeit für mich haben. Aber jetzt im Nachhinein ärgere ich mich! Und genau das ist der größte Fehler an dieser Sache:

Ich ärgere mich über etwas, das ich gar nicht mehr ändern kann.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich sage nicht, dass man gewissenlos durchs Leben gehen soll ohne sich selbst zu reflektieren, ganz und gar nicht! Selbstreflexion ist super wichtig, vor allem deshalb, um aus seinen Fehlern zu lernen. Allerdings bringt der Ärger, die Trauer oder die Verzweiflung über Dinge, die man nicht mehr ändern kann oder vielleicht auch niemals ändern konnte nichts außer schlechter Laune. Man verschwendet dadurch unnötige Zeit, die man damit verbringen könnte, dass Problem zu lösen und man beginnt mehr und mehr an sich selbst zu zweifeln. Natürlich: Im ersten Moment sind diese Gefühle, sei es nun Wut oder Traurigkeit, ganz normal. Man fühlt sich mit der Situation überfordert und möchte am liebsten alles verdrängen oder alle anderen um sich herum beschuldigen, aber das bringt uns eben auch nicht weiter.

Wichtig ist es, sich zu besinnen und darüber nachzudenken, welches weitere Vorgehen nun am besten wäre und es dann auch umzusetzen. Wenn man alles getan hat, was man konnte und nun einfach auf eine Lösung warten muss, dann sollte man sich ablenken und auf keinen Fall die ganze Zeit bangen, was nun passiert. Das ist zwar schwer, aber machbar. Es ist egal, was man tut um die Gedanken von diesem Thema wegzubekommen – die Hauptsache ist, dass man sich selbst verzeiht! Nur weil man mal einen Fehler gemacht hat, ist man kein schlechter Mensch. Dass ich jetzt meine Deadline verpasst habe, macht mich auch nicht zu einem unzuverlässigen oder verantwortungslosen Menschen. Es radiert nicht all die Dinge aus, die ich in meinem Leben richtig gemacht habe, selbst wenn es sich für einen Moment so anfühlt. Das Einzige was es über mich aussagt, ist, dass ich mir zu viel vorgenommen habe bzw. dass einfach zu viele wichtige Dinge auf einmal zu klären waren und die Situation mich offensichtlich überfordert hat. Und glaubt mir: das passiert jedem mal, denn niemand ist perfekt!

Das Wichtige und das, worauf ich mich jetzt konzentrieren muss, ist was ich aus der ganzen Geschichte lerne. Und das ist vor allem, der Vorsatz, dass ich ab jetzt solche lästigen Sachen so früh wie möglich erledige, auch wenn ich absolut keine Lust dazu habe. Meistens ist es dann nämlich gar nicht so schlimm wie gedacht und im Nachhinein fühlt man sich immer besser.

Und wenn dann doch etwas schiefgeht: Kurz ärgern, weitermachen! Das Leben ist viel zu schön, um sich dauerhaft von Dingen runterziehen zu lassen, die man sowieso nicht ändern kann.

Wie sieht es bei euch aus? Gibt es Dinge über die ihr euch oft ärgert, obwohl es eigentlich total unnütz ist? Und wie geht ihr mit Fehlschlägen um?

Ich wünsche euch eine tolle Woche!

Eure Saskia ♥

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